Schöne, smarte Fabrikwelt?

Schöne, smarte Fabrikwelt?

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Added by 18. November 2014

Paradigmenwechsel in der herstellenden Industrie von morgen

 

Mit Digitalisierung und Vernetzung stehen der herstellenden Industrie weitreichende Veränderungen ins Haus. Jetzt werden die Weichen dafür gestellt, und auch die Frage entschieden, wie sich die deutsche Wirtschaft nach diesem Paradigmenwechsel positionieren kann. Die Sendung zeigt die wichtigsten Einflussfaktoren, die von Standardisierungsfragen bis zur Umwälzung in der Arbeitswelt reichen.

 

Link-Empfehlungen der Redaktion zu weiterführenden Informationen:

– weiterführende Informationen über die neue Produktionstechnik iProcell – hier

– zu unserer Reportage „Industrie 4.0. Hype oder Mega-Trend“ – hier

– mehr zum „Internet von allem“ und dem damit verbundenen Paradigmenwechsel in der Smart Factory in unserer Reportage – hier

– zur Webseite der Standardisierungsgruppe W3C – hier

 

Mehr zum Inhalt des Videos:

Die Automobilindustrie gilt mit ihren Zulieferern aus dem Maschinenbau traditionell als eine der deutschen Leitbranchen – mit größtem Einfluss auf die Beschäftigung. Wie die Produktion von morgen aussehen wird, hat die IBG auf der „Smart Factory“, einer gemeinsamen Veranstaltung von TÜV Süd und dem Munich Network, kürzlich vorgestellt: Das Elektroauto kann dank voller Automatisierung des Herstellungsprozesses in Kleinstserie von jährlich fünfhundert Stück wirtschaftlich hergestellt werden. Die Fertigungsstraße ist nicht nur optimiert auf den Einsatz von untereinander voll vernetzten Industrierobotern, sie arbeitet mit Einzelmodulen aus superleichtem, aber widerstandfähigen Baumaterial. Die Teile werden nicht mehr geschweißt, sondern nur noch geklebt. Nach dem Maschinen- und Automobilbau rückt inzwischen die Energiebranche ins Visier der digitalen Vernetzung. Chemische und pharmazeutische Industrie werden folgen.

Standardisierungsfragen haben schon immer den Markt gestaltet: Die jetzt anlaufende Normierung für die Digitale Fabrik könnte für die deutsche Industrie ein Pluspunkt sein, wenn es ihr gelingen sollte, die vorhandenen Assets der traditionellen Produktionswelt in die Cyberzukunft zu transferieren. DIN, das Deutsche Institut für Normung, ist jene Institution, die sich seit Jahrzehnten im Bereich der herstellenden Industrie um diese Aufgabe kümmert. Geht es um Standardisierungsfragen im Netz, dann ist das W3C-Konsortium unter Führung von Tim Berners-Lee gefragt. Deutschland fiel bisher in diesen Gremien, die von US-amerikanischen Konzernen wie Google oder Amazon dominiert sind, nicht sonderlich auf. Doch das soll sich mit Industrie 4.0 jetzt ändern. DIN könnte künftig in Sachen Smart Factory als Kooperationspartner bei der W3C-Gruppe einsteigen und auch in dieser Standardisierung wie sonst in der globalen Welt der Industriestandards deutsche, traditionelle Interessen auf der internationalen Bühne des WWW einbringen. Auf einer Veranstaltung der deutsch-österreichischen W3C-Gruppe im September in Berlin fand ein erster offizieller Gedankenaustausch zwischen W3C und DIN statt.

Da spielen auch Sicherheitsaspekte eine Rolle, die in deutschen Industrieanlagen weltweit geschätzt sind. Hier erhofft sich die deutsche Softwarebranche gewisse Chancen, da künftig Sicherheitssoftware integrierter Bestandteil solcher IT-Plattformen werden muss. Gelingt es, die deutsche Wertarbeit in solchen Anlagen gerade beim Faktor Sicherheit auf die vernetzte Cyberwelt zu transferieren? Und auch das ist eine offene Frage: Wie kann der Mittelstand im Maschinenbau – Unternehmen, die oft nur hundert oder gerade einmal tausend Mitarbeiter haben – solche vernetzten Ecosysteme überhaupt finanzieren? … das vorprogrammierte „Aus“ für den Mittelstand im smart produzierenden Zeitalter? Oder gibt es das umsetzbare Modell firmenunabhängiger Plattformen, das auch Exportmöglichkeiten für internationale Märkte eröffnen könnte? Last, but not least: Auch die Arbeitswelt wird massiv von den Umwälzungen ergriffen. Nicht mehr der Mensch steuert die Maschinen, sondern Maschinen übernehmen diese Aufgabe. Die Smart Factory braucht noch smartere Mitarbeiter – der Rest wird überflüssig. Arbeit neu zu definieren, ist ein bisher noch kaum beachtetes Thema einer Trendwende in der Wirtschaftswelt. Die Herausforderungen dieser weichen Faktoren von Industrie 4.0 sind noch lange nicht zu Ende gedacht.

HYPERRAUM.TV lässt Experten zu Wort kommen: den Top-Berater Dr. Frank Riemensperger, CEO von Accenture, den Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Frank Josef Radermacher, Wolfgang Dorst, Sprecher der deutschen Plattform Industrie 4.0, den Datenspezialisten und Juristen Dr. Florian Baum, Willem Bulthuis, Vorstand der Security Networks, den Sicherheitsspezialisten Frank Rustemeyer der Firma HiSolutions und Frank Baumgarten, den Projektleiter von iProcell.

Erstausstrahlung: November 2014

© 2014 mce mediacomeurope GmbH

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