„Bionicum“: lernen von der Natur

„Bionicum“: lernen von der Natur

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Added by 12. November 2014

Biotechnische Lösungen und evolutionäre Prozessoptimierung

 

Im Juni 2014 wurde das „Bionicum“ im Nürnberger Tiergarten eröffnet. Korbinian Freier führt durch die Ausstellung, die ein Füllhorn an evolutionären Techniken präsentiert. Sie zeigt auch konkrete Beispiele, wie moderne Technologie seit über hundert Jahren davon bereits profitiert: vom Eiffelturm über die Solarzelle bis zur Waschmaschine.

 

Link-Empfehlungen der Redaktion zu weiterführenden Informationen:

– zu unserer Bionik-Reportage „Von Rüsselkäfer, Schrauben und Muttern“ – hier

– mehr über den Lotuseffekt in der Sendung „Lotuseffekt: Wie sich Pflanzen reinigen“ – hier

– zur Reportage über drei Robotik-Forschungsprojekte des Bionicum „Ideenreich Natur“ – hier

– Leseprobe des Buchs zur Ausstellung „Bionicum“ – hier

 

Mehr zum Inhalt des Videos:

Seit Jahrmillionen optimiert die Evolution biologische Fertigkeiten und bringt ständig neue hervor. Sie birgt damit ein schier unerschöpfliches Reservoir an technologischen Konzepten, aus der sich der Mensch kostenlos bedienen kann. Noch gehört die Bionik nicht zum Standard technologischer Ausbildung – aber Ingenieure lassen sich immer wieder von der Natur inspirieren, wobei das der Evolution inhärente Prinzip der Effizienzsteigerung besondere Bedeutung hat.

Bionik als Begriff ist zwar erst Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden, doch haben Ingenieure schon wesentlich früher dem Baumeister über die Schultern geschaut. Leonardo da Vinci und seine Forschungen an Vogelfedern für ein Fluggerät, das schwerer als Luft ist, sind ein prominentes frühes Beispiel für einen bionischen Ansatz. Der Versuch scheiterte in der technologischen Umsetzung noch vor hundert Jahren zu Zeiten von Otto Lilienthal, ist aber jetzt durch modernste Materialien und die Fortschritte der Mechatronik realisiert worden. Da es sich Biologie und Technologie um grundsätzlich verschiedene Ecosysteme handelt, reicht es eben meist nicht aus, die Natur zu kopieren, es bedarf zusätzlicher Materialien oder Methoden, um das Vorbild Natur technologisch brauchbar umzusetzen. Heute haben Ingenieure der Natur schon so manche Idee abgeschaut. Ingo Rechenberg hat als erster sogar die evolutionäre Methode als solche zur Optimierung technischer Konzepte eingesetzt. Heute sprechen NASA-Ingenieure aus den AMES-Forschungslabors von „evolvable systems“ und meinen damit die Methode, dass man künftig die Produktentwicklung in der Raumfahrt schneller dadurch erzielt, dass man von einem Startpunkt ausgehend, das System sich selbt entwickeln lässt.

Im Nürnberger Tiergarten wurde vor kurzem die Ausstellung „Bionicum“ eröffnet, die den Ideenreichtum der Natur vorstellen will – immer auch mit der Verbindung zur technologischen Umsetzung. Der Geoökologe Korbinian Freier war als Projektleiter für den Aufbau des „Bionicum“ verantwortlich und ist auch Autor des gleichnamigen Buchs zur Ausstellung. Er führt uns durch die im Bionicum vorstellte Vielfältigkeit der biotechnischen Ansätze, die die Evolution hervorgebracht hat. Schon deshalb sei es, so Freier, von großer Bedeutung, die Artenvielfalt auf der Erde zu erhalten: sie stelle dem Menschen ein Füllhorn an kostenlosen Ideen bereit.

Erstausstrahlung: November 2014

© mce mediacomeurope GmbH 2014

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